Johann Dieter wird am 10. Mai 1908 in Arheilgen bei Darmstadt geboren. Er erlernt den Beruf des Weißbinders (Maler) und schließt sich der anarchosyndikalistischen Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) an.
Nach der „Machtergreifung“ wird Dieter wegen des „Verdachts der Verbreitung illegaler Schriften“ am 26. Juni 1933 in das Konzentrationslager Osthofen verschleppt und dort für etwa eine Woche festgehalten.
Doch nach seiner Entlassung bleibt er nicht lange frei: Mehrmals werden Dieter und seine Mitkämpfer wegen „anarchosyndikalistischer Umtriebe“ verhaftet, misshandelt und in Darmstadt und Butzbach inhaftiert – bis schließlich die FAUD weitgehend zerschlagen ist.
Im November 1935 verhängt das Oberlandesgericht Darmstadt mehrjährige Zuchthausstrafen gegen elf Anarchosyndikalisten – unter ihnen Johann Dieter.
Am Tag seiner Entlassung aus dem Zuchthaus Marienschloß, es ist der 15. Juli 1937, holt ihn die Gestapo ab. Es folgen Jahre in den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen, in denen er den Gewaltexzessen der SS, der Zwangsarbeit in Außenlagern und medizinischen Experimenten ausgesetzt ist. Nach seiner Befreiung am 5. Mai 1945 kehrt er in seine Heimat zurück, er heiratet und wird Vater von zwei Töchtern. In einem mehrjährigen Wiedergutmachungsverfahren wird ihm eine Entschädigung als politisch Verfolgter und eine kleine Rente zugestanden. Die lange Haftzeit – er war mehr als elf Jahre in Zuchthäusern und Konzentrationslagern – macht ihn zu einem Invaliden. Johann Dieter stirbt am 10. März 1971 in Darmstadt.
MENSCHENVERSUCHE mit T.A.B.-Endogen-Adsorbat-Impfstoff u. Mischimpfstoff „Tetra-Vaccine“ – Versuchsimpfungen an Häftlingen des K.L. Mauthausen.
(Quelle: Arolsen Archives DocID: 1413386 – Hans Dieter)